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60 Jahre Organistin in Allendorf

60 Jahre Organistin in Allendorf

Pfarrer Böckner gratulierte Organistin Thekla Schmidt, die seit 60 Jahren ihr Amt mit Liebe und Freude ausübt. Bild: ak/s

60 Jahre Organistin in Allendorf

Dankesschreiben und Urkunde vom Landeskirchen-Musikdirektor

Seltenes Jubiläum: Thekla Schmidt ist seit sechs Jahrzehnten Organistin in Allendorf

(www.dill.de)
HAIGER-ALLENDORF (ak/s) _ Für Allendorfs Pfarrer Böckner war es eine große Ehre: Im Rahmen des gestrigen Gottesdienstes konnte er seiner Organistin Thekla Schmidt zu ihrem sechzigsten Dienstjubiläum gratulieren. Damit diese an ihrem Jubeltag nicht selbst in die Tasten greifen musste, war Dekanatskirchenmusiker Günter Emde extra nach Allendorf gekommen, um seine Kollegin musikalisch zu unterstützen.
Zudem überbrachte er noch Grüße von Michael Graf Münster, dem Landeskirchen-Musikdirektor. Dieser bedankte sich in einem Schreiben bei Thekla Schmidt für ihre langjährige Tätigkeit als Organistin und wünschte ihr viel Gesundheit und weiterhin viel Spaß an der Musik, damit sie noch viele Jahre den Gottesdienst auf der Orgel begleiten könne. Ebenfalls überreichte Günter Emde der Jubilarin eine Urkunde im Namen der Landeskirchen Musikdirektion.
Als Anerkennung ihrer langen Dienstzeit bedankte sich Pfarrer Böckner stellvertretend für die ganze Gemeinde mit einem großen Strauß Blumen, einem selbstgebackenen Notenschlüsselkuchen, einem Buch von Peter Hahne und einem Orgelkalender für das kommende Jahr. Bereits als Sechzehnjährige habe sie auf dem alten Harmonium gespielt, berichtete Thekla Schmidt. „Also sind es eigentlich sogar zweiundsechzig Jahre. Aber offiziell bin ich erst seit 1944 eingetragene Organistin", erklärte sie. Bereits im Alter von achtzehn Jahren übernahm Thekla Schmidt die Stelle der Organistin von Lehrer Löber und ihrem Bruder Werner Schol, die beide in den Krieg ziehen mussten, weshalb ein neuer Organist dringend gebraucht wurde.

Noten mussten abgeholt werden

Da es zur damaligen Zeit noch kaum Telefon gab, mussten die Lieder für den Gottesdienst beim Kirchenvorstand abgeholt werden. „Zum Üben hatte ich kaum Zeit, weil ich die Lieder immer erst zwanzig Minuten vor dem Gottesdienst bekam. Aber die Gemeinde war sehr stimmgewaltig und übertönte so manchen meiner Fehler."
Als die Allendorfer Kirche im Jahr 1963 ihre Orgel erhielt, nahm Thekla Schmidt zwei Jahre lang Orgelunterricht, da sich das neue Instrument doch in einigen Dingen vom bis dahin verwendeten Harmonium unterschied. Mittlerweile spielt auch die Nichte von Frau Schmidt, Juliane Schol-Thomas, die Allendorfer Orgel. Sie wurde bereits vor fünfundzwanzig Jahren von ihrer Tante eingearbeitet. Beide teilen sich seitdem die Organistenstelle. „Wenn unser Herr es will, werde ich noch ein paar Jahre spielen dürfen", sagte Thekla Schmidt zum Abschluss mit einem Strahlen in den Augen.