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Jubiläum Martin Niemöller



„Zuschauen und nichts tun – das ist die eigentliche Sünde“

EKHN gedenkt ihres ersten Kirchenpräsidenten Martin Niemöller





Darmstadt, 3.3. 2004.(ekhn) Mit einem großen Transparent wird die Evangelische Kirche in Hessen und Nassau (EKHN) anlässlich des 20. Todestags von Martin Niemöller an ihren ersten Kirchenpräsidenten erinnern. Am ehemaligen Wohnhaus Niemöllers in der Brentanostraße 3 in Wiesbaden wird für einen Monat ein Transparent mit einem Portrait und den Lebensdaten Niemöllers sowie dem Zitat zu sehen sein: „Zuschauen und nichts tun – das ist die eigentliche Sünde“

Aus diesem Anlass würdigte Kirchenpräsident Dr. Peter Steinacker seinen Amtsvorgänger mit den Worten: „Die Evangelische Kirche in Hessen und Nassau hat Martin Niemöller viel zu verdanken. Von 1947 bis zu seinem Tod 1984 hat er unsere Kirche nachhaltig geprägt. Nicht nur in seiner aktiven Zeit als Kirchenpräsident bis 1964, sondern auch weit darüber hinaus ist er ein unermüdlicher Mahner und Kämpfer für Frieden und Gerechtigkeit gewesen. Seine Stimme wurde in Europa und in der weiten Ökumene gehört.

Martin Niemöller orientierte sich Zeit seines Lebens an der Botschaft Jesu. In ihr fand er den Ruf zur Versöhnung, den er nicht nur zwischenmenschlich sondern auch politisch verstan-den hat. In der Zeit des „Kalten Krieges“ hat er darum den Kontakt über den eisernen Vor-hang gesucht. Und darin hat er sich auch nicht durch heftige Kritik irritieren lassen. Aber Niemöller war mehr als nur ein politisch streitbarer Friedenskämpfer. Viel mehr noch hat der Prediger und Seelsorger Niemöller ungezählte Menschen geprägt. Seine Leitfrage „Was würde Jesus dazu sagen?“ hat viele zur Umkehr bewegt.

Martin Niemöller hatte den Mut, auch Brüche und Widersprüche im eigenen Leben, dem der Kirche und auch der Gesellschaft anzusprechen und offen darzulegen. Politische Anpassung war seine Sache nicht. Der Mut der Evangelischen Kirche zu deutlicher Einmischung in die öffentliche Diskussion um der Menschen willen ist ein Erbe, das er uns hinterlassen hat.“