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Sophie Scholl: Halt im Glauben

Sophie Scholl: Halt im Glauben

Sophie Scholl: Halt im Glauben
Film und Diskussion über die letzen Tage der Widerstandskämperin
(www.ekhn.de)
„Hat der Glaube Sophie Scholl geholfen, all das durchzustehen?“, fragte einer der Zuschauer nach der Film-Vorschau „Sopie Scholl – Die letzen Tage“. Den Film hat die Evangelische Sonntagszeitung am 21. Februar im Kinopolis in Sulzbach präsentiert und anschließend eine Podiumsdiskussion organisiert.
Tatsächlich zeigt der Film die evangelische Widerstandskämpferin Sophie Scholl, wie sie in ihrer Gefängniszelle vor ihrer Hinrichtung durch die Nationalsozialisten um Gottes Beistand bittet. Pfarrer Werner Schneider Quindeau, einer der Beteiligten auf dem Podium, wies in diesem Zusammenhang darauf hin, dass nicht nur selbstformulierte Gebete Sophie Kraft gaben. Sie fand auch Halt in dem jahrtausend alten Gebet des Kirchenvaters Augustinus.
Der Film ist ein „Muss“ - nicht nur, weil die Hauptdarstellerin und der Regisseur den silbernen Bären bei der Berlinale gewonnen haben. Er zeigt, dass Menschen bewusst in den Tod gegangen sind, damit die nachfolgenden Generationen in Frieden und Freiheit leben können. Er zeigt, was es bedeuten kann, wenn Menschen eine schlichte Regel in ihrem Leben umsetzen: Geh gerade durchs Leben, auch wenn es schwer wird. Formuliert hat sie der Vater von Sophie Scholl.

Dazu noch ein Bericht:
(www.kep.de)
W e t z l a r (KEP) – Am heutigen Dienstag vor 62 Jahren wurden Sophie und Hans Scholl von den Nationalsozialisten enthauptet. Am Donnerstag kommt der Film "Sophie Scholl - die letzten Tage" in die Kinos - er dokumentiert die Motive der jungen Sophie, einer mutigen Frau, die durch ihren Glauben die Kraft zum Widerstand gegen die Nationalsozialisten bekam.

"Sophie Scholl - Die letzten Tage" schildert die letzten sechs Tage (17.-22. Februar 1943) im Leben von Sophie Scholl aus ihrer persönlichen Perspektive. Sophie und ihr Bruder Hans gründeten gemeinsam mit einigen Freunden in München eine Studenten-Gruppe, die "Weiße Rose", die sich gegen die Nationalsozialisten auflehnte. Mit zahlreichen Flugblatt-Aktionen versuchten sie, ein Bewusstsein für den wahren Charakter des NS-Regimes zu schaffen und riefen zum passiven Widerstand auf.

Während der Kinofilm die Zivilcourage der jungen Sophie als Vorbild hinstellt, kommt ein wichtiger Aspekt leider zu kurz: Denn über den christlichen Glauben, der Sophie und ihrem Bruder Hans die Kraft gab, Widerstand zu leisten, wissen die wenigsten Menschen genaueres. Hans Scholl formulierte seine Motive einmal so: "Es muss ein sichtbares Zeichen des Widerstandes von Christen gesetzt werden. Sollten wir am Ende dieses Krieges mit leeren Händen vor der Frage stehen: Was habt ihr getan?"

Briefe und Aufzeichnungen zeigen, dass die Geschwister ihre Kraft und ihren Mut aus einem unerschütterlichen Glauben bezogen. Familie Scholl war davon überzeugt, dass Glaube und Politik nicht von einander zu trennen sind.

In den Tagebuchaufzeichnungen von Sophie Scholl, die von ihrer Schwester Inge Jens veröffentlicht wurden, heißt es: "...Mein Gott, verwandle Du diesen Boden in eine gute Erde, damit Dein Samen nicht umsonst in sie falle, wenigstens lasse auf ihr die Sehnsucht wachsen nach Dir, ihrem Schöpfer, den sie so oft nicht mehr sehen will. Ich bitte Dich von ganzem Herzen, zu Dir rufe ich, 'Du', rufe ich, wenn ich auch nichts von Dir weiß, als dass in Dir allein mein Heil ist... gib mir die Unruhe, damit ich hinfinden kann zu einer Ruhe, die lebendig ist in Dir. O, ich bin ohnmächtig, nimm Dich meiner an und tue mit mir nach Deinem guten Willen, ich bitte Dich, ich bitte Dich."

Regisseur Marc Rothemund und Sophie-Darstellerin Julia Jentsch wurden auf der Berlinale für ihre Leistungen in "Sophie Scholl – die letzten Tage" mit je einem silbernen Bären ausgezeichnet. Der Film startet am 24. Februar 2005 und ist frei gegeben ab 12 Jahren.(en)