Startseite | Impressum

Taize-Gründer erstochen

Taize-Gründer erstochen

Taize-Gründer erstochen

Wie auf der Nachrichtenseite von n-tv berichtet, wurde gestern der Gründer der Taize-Gemeinschaft in Frankreich Roger Schutz erstochen:

n-tv.de berichtet dazu:


"Mittwoch, 17. August 2005
Während des Abendgebets
Frére Roger erstochen

Der Gründer und Prior der ökumenischen Gemeinschaft von Taizé, Frère Roger, ist von einer offenbar geistesgestörten Frau tödlich verletzt worden. Die 36-jährige Rumänin habe den 90-jährigen Geistlichen während des Abendgebets angegriffen und ihm drei tödliche Messerstiche in den Rücken versetzt, hieß es nach Angaben der Polizei in Taizé. Trotz schneller erster Hilfe sei Frère Roger seinen schweren Verletzungen erlegen. Die Frau wurde festgenommen.

"Wir sind erschüttert. Hier waren alle sehr aufgeregt. Keiner hat verstanden, was passiert ist", sagte eine Schwester, die an dem Gebet in der Kirche teilgenommen hatte. Bruder François, der Roger nahe stand, habe den Besuchern des Gottesdienstes mitgeteilt, dass Roger nach dem Angriff verstorben sei. "Er sagte, alle sollten in der Kirche bleiben und für das Seelenheil von Bruder Roger beten", sagte sie.

Mit großer Bestürzung wurde die Nachricht von der Ermordung Frère Rogers auf dem katholischen Weltjugendtag in Köln aufgenommen. Der Generalsekretär des Weltjugendtags, Prälat Heiner Koch, erklärte, Frère Roger sei der katholischen Kirche immer tief verbunden gewesen. Alle Teilnehmer des Weltjugendtags würden "für diese große Persönlichkeit" beten.

Der Protestant Roger Schutz hatte sein Leben der Zusammenführung aller Christen gewidmet. Im August 1940 war der Schweizer mit 25 Jahren nach Frankreich aufgebrochen, um eine Gemeinschaft Gleichgesinnter zu gründen. Diese entstand im burgundischen Dorf Taizé bei Dijon.

Zehntausende Jugendliche aus ganz Europa pilgern jedes Jahr zu den Jugendtreffen nach Taizé. Für Roger galt die Gemeinschaft und die menschliche Solidarität immer mehr als alle Konfessionen. Seine Botschaft war Liebe und Einheit unter allen Menschen.

In den ersten Jahren in Burgund fanden in seinem Haus Flüchtlinge Schutz, vor allem Juden, die er vor den Nazis versteckte. Nach Kriegsende kümmerte er sich um deutsche Kriegsgefangene. Immer mehr Freunde und Gleichgesinnte schlossen sich ihm an, und 1949 legten die ersten sieben Brüder die klassischen Ordensgelübde ab.

In Taizé leben heute etwa 100 Brüder aus 25 Nationen. Im Laufe der Jahre haben Millionen Jugendliche sich mit den Themen der Gemeinschaft beschäftigt, mit Nächstenliebe, Frieden und Versöhnung. Auf Rogers Anregung hin leben seit 1951 Brüder in Gemeinschaften mit Besitzlosen in Asien, Afrika und Lateinamerika zusammen.

Für seinen Einsatz für Frieden erhielt Frère Roger 1974 den Friedenspreis des Deutschen Buchhandels, 1988 den UNESCO-Preis für Friedenserziehung und 1989 den Internationalen Karlspreis der Stadt Aachen."